Manuel Herrmann

 

Die Diagnose traf die Familie völlig unvermittelt und riss sie mitten aus dem Leben:

Als der 3-fache Familienvater Manuel Hermann nach einer Probe des Steinbacher Männerballets  im Februar 2017 mit einem hängenden Mundwinkel und einem nachziehenden Bein in die Uniklinik Würzburg kam, erhärtete sich der Verdacht des zunächst angenommen Schlaganfalls nicht.

Der 37-Jährige bekam die Diagnose Gehirntumor.

Es folgten weitere Spezialuntersuchungen in der Uniklinik. Nach 2 endlos scheinenden Wochen des Wartens, Hoffens und Bangens erhielt Manuel Hermann die niederschmetternde Diagnose: In seinem Kopf befindet sich ein Gliablastom Grad 4. Apfelsinengroß. Nicht operabel, nicht heilbar.

Es wurde zwar direkt mit der Chemotherapie und der Bestrahlung begonnen – aber es war zu diesem Zeitpunkt schon ganz klar, dass der Tumor nicht geheilt werden kann. Es ging darum, Zeit zu gewinnen. Die Ärzte des Uniklinikums wagten keine Prognose zur verbleibenden Lebenszeit von Manuel.

Seine Ehefrau Denise informiert sich im Internet nächtelang über die Krankheit, deren Verlauf und die Aussichten. Sie recherchierte, dass die durchschnittliche Lebenserwartung bei dieser Diagnose 1 Jahr beträgt.

Manuel nahm die Chemotherapie sehr mit. Er wurde im April in ein Rehazentrum überwiesen. Nach 3 wöchigem Aufenthalt musste er jedoch wieder nach Hause, da die Nächste Chemotherapie anstand.

Zu Hause wurde er von seiner Mutter (Oma Heidi) und seiner Frau Denise gepflegt. Obwohl Denise sich bemühte das Thema Krankheit und Sterben ihren Kindern einfühlsam und kindgerecht zu erklären, merkte sie, dass die 3 Kinder alle zunehmend unter der Situation litten und auch alle ihren ganz eigenen persönlichen Umgang mit der Krankheit fanden: Einerseits freuten sie sich, den Vater bei sich zu Hause zu haben und gleichzeitig mussten sie ich mit dem Thema Tod und Sterben auseinander setzen. Es gab viele schöne gemeinsame Tage, aber leider auch viele, an denen das Thema Sterben und die Angst vor dem Verlust im Vordergrund stand.

Die Krankheit schritt immer weiter voran. Manuel erhielt fast täglich Besuch von seinen Freunden erhält, und trotzdem zog er sich immer mehr zurück.

Im August 2017 initiierte seine Frau für ihn mit dem „Herzenswunsch-Krankenwagen“ den Besuch eines Fußballspiels der Eintracht Frankfurt zusammen mit einem Vater.

Manuels Zustand verschlechtert sich Zunehmens und auf eigenen Wunsch zog er in ein Hospiz.

Als der Verein Hoffnung Schenken von diesem Schicksal hörte, war sofort klar: Auch wir wollen etwas für Manuel und seine Familie tun. Im Gespräch mit Denise erfuhr der Verein, dass Manuel ein riesiger Star-Wars-Fan ist. Sofort kam die Idee, Manuel und seinen Freunden einen Kinobesuch in Würzburg zu ermöglichen. Diese Aktion war ein voller Erfolg und Manuel war sehr glücklich und konnte trotz seiner fortgeschrittenen Krankheit ein paar glückliche Stunden mit seinen Freunden verbringen.

Doch wenn ein Familienmitglied schwer erkrankt, belastet dieser Zustand immer die ganze Familie. Das ist dem Verein Hoffnung Schenken durch viele Gespräche mit Eltern behinderter Kinder und deren Geschwister und anderen betroffenen Familien bekannt. Aus diesem Grund kooperierte der Verein mit Sabrina und Christian Scherg aus Partenstein, die ebenfalls den Erlös ihrer Benefiz-Yogaveranstaltung der Familie Herrmann zukommen lassen wollten und richtete zusätzlich ein Spendenkonto für Manuel Hermann ein. Bei der Yogaveranstaltung übernahm Hoffnung Schenken die Verköstigung der Gäste.

Zusammen konnten die Eheleute Scherg und der Verein Hoffnung Schenken den stolzen Betrag von 7500 Euro für die Familie Hermann sammeln!

Zu Weihnachten überreichte Hoffnung Schenken den Scheck an die Familie und für jedes Kind war noch eine kleine besondere Überraschung dabei: Neela erhielt Reitstunden, Liam einen Ausflug ins Legoland für die ganze Familie und Zoe einen Eintritt in eine Spaßbad-Therme.

Von dem Erlös möchte Denise mit ihren Kindern an Pfingsten 2019 ans Meer fahren und sich eine kleine Familienauszeit nehmen. Manuel fand diese Idee sehr schön und war dankbar und glücklich über so viel Zuspruch und Initiative.

Manuel Hermann verstarb am 15. Januar 2018.

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